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Eine Mehrtages-Trekking-Tour entlang der Fuerteventura Nord - Süd Strecke "GR 131" - von Eva Walder.
 
Eva Walder aus Österreich verbringt schon seit Jahren viel Zeit auf Fuerteventura, und wollte sich die Insel noch "intensiver" anschauen, nämlich zu Fuß. Zum Großteil wollte sie dazu den vom Cabildo neugestalteten Wanderweg „Camino Natural de Corralejo a Punta de Jandia", auch bekannt unter der Bezeichnung GR 131, nutzen. Hier ihr Bericht:
 
Von Corralejo nach Lajares ist es fast ein "Spaziergang". Entlang der Vulkankette Bayuyo - Calderon Hondo gibt es gute Wege und keine nennenswerten Steigungen. Entlang des angenehmen Weges kann man einen Abstecher zum Vulkan "Calderon Hondo" machen, wo man einen Blick ins Innere des Vulkans werfen kann. Von hier geht's langsam runter zum Surferdorf Lajares."
Spirit: Im Zentrum von Lajares gibt es verschiedene Rastmöglichkeiten mit Kaffee und Kuchen oder Snacks: El Goloso de Lajares, Canela Café.

„Am nächsten Tag ging es ohne Schwierigkeiten von Lajares nach Tefia. Zuerst durch das "Malpais de la Arena", am schönen Berg "Arena" und am „Babyvulkan" (den ich so nenne, tatsächlich heißt er „Los Saltos") vorbei zum Ort La Oliva."
Spirit: Es lohnt sich einen Zwischenstopp in der schönen Kirche und im Weizenmuseum (Museo del Grano) zu machen, wo es auch in der Nähe Rastmöglichkeiten gibt.
Der Weg mit dem markanten "Tindaya" immer im Blickfeld führt nicht parallel zur Landesstrasse sondern westlich am "Tindaya" vorbei. Man umrundet ihn sozusagen halbkreisförmig.
Den Berg Tindaya kann man nur mit einer öffentlichen Zulassung besteigen.
Ich habe zu einem anderen Zeitpunkt den „Tindaya" bestiegen und kann jedem nur eindringlich empfehlen, das mit der Genehmigung ernst zu nehmen. Ich wurde tatsächlich von 2 Herren des Cabildo kontrolliert.
In der Ortschaft Tindaya trank ich in einer kleinen Bar einen Kaffee, dann ging es entlang der Montaña "Quemada" vorbei am Denkmal von Miguel de Unanumo Richtung Tefia, wo ich abgeholt wurde.
Spirit: Im Dorf Tindaya gibt es eine Rastmöglichkeit in der „Bar Natural". Etwas ausserhalb des Dorfes, Richtung Tefía und gegenüber dem Denkmal von Unamuno am Vulkan, ist ein ekologischer Bauernhof wo man leckere Säfte und vieles mehr genießen kann.

In Tefia begann die Wanderung zeitig früh relativ einfach, ich kam an der Sternwarte und der schönen Windmühle vorbei. War ein schöner Anblick im Morgenlicht."
Spirit: In Tefia kann man auch die typischen Majorero Bauernhöfe besuchen.
Auf guten Wegen (teilweise Straße) ging es zunächst nach LLanos de la Concepción und dann, etwas höher, Valle de Santa Ines.
Spirit: Hier kann man bei Bedarf rasten in der Gaststätte Abuelo Alfredo.
Bis dahin war es problemlos und gab es kaum Steigungen. Von weitem sah ich schon das Betancuria-Massiv wo oben das Denkmal der beiden Könige steht. Um diese zu erreichen, musste ich mich in der Mittagshitze ziemlich „hinaufkämpfen", zumal ich ja auch einen ca. 9 kg schweren Rucksack zu tragen hatte . Aber so nach und nach ging es voran. Während des Aufstiegs gab es immer wieder herrliche Ausblicke zurück und ins Bergland. Ich merkte, dass ich von oben von Autobusgruppen schon beobachtet wurde, wie ich mich Schritt für Schritt dem Aussichtspunkt mit den Königen näherte. Die dachten wohl: "Welche Verrückte nimmt diese Mühe auf sich?" Aber irgendwann schaffte ich es und verweilte eine Zeitlang bei den beiden "Königen". Ein wohlverdienter Ruhemoment in "adeliger" Gesellschaft.
Nach dem Überqueren der Straße ging es bergab. Die Strecke war teilweise in schlechtem Zustand, man musste gut aufpassen, nicht zu stolpern. Um ca. 14 Uhr erreichte ich Betancuria, wo ich ich im „Princess Armida" ein Zimmer bestellt hatte. Ich wurde von dort jedoch in ein sehr schönes Privatquartier weitergeschickt. Die Kirche „Santa Maria de Betancuria" habe ich natürlich besichtigt. Und ein bisschen bin ich dann noch in diesem schönen Ort herumspaziert, bevor ich mich zur Ruhe begab.
 
Spirit: Man kann etwas höher, vor der Einfahrt in Betancuria, die Ziegenfarm "Granja La Villa" besuchen wo Antonio und Margot Ihnen die verschiedenen Käsesorten kosten lassen. Im Dorfstal findet man auch "Valtarajal", ein Souvenirladen und ein gemütliches und preiswertes Restaurant. Etwas weiter hinunter an der Straße gibt es das „Aloe Vera Fresca Museum", wo man Einblicke und Erklärungen bekommt über die Produktion und die Produkte von Aloe Vera Fresca.

Um 7 Uhr früh in ging ich in Betancuria schon los, zuerst ein Stück auf der Straße, dann aber gleich links rauf zur "Degollada del Marrubio". Während des Aufstiegs gab es ständig schöne Rückblicke nach Betancuria. Oben ging es dann noch auf etwa 600 m Seehöhe hoch und dann folgte eine herrliche Kammwanderung mit einem schönen Blick auf die Ost- und Westküste. Nach einer Weile biegt der GR 131 scharf rechts ab und führt durch ein Gatter, das damals verschlossen war. Der Zaun daneben war aber niedergetreten und so konnte ich durch. (Das sollte sich das Cabildo mal anschauen, man sieht zwar eindeutig die Markierung, weiß aber nicht so recht, ob man da wirklich weiter darf.) Dort ging es dann durch einen Forstweg runter in den berühmten "Fuerteventura-Kiefernwald". Nun, für mitteleuropäische Verhältnisse würde ich den nicht als "Wald" bezeichnen, er ist eher mickrig durch konstanten Wassermangel, aber meines Wissens nach ist es der einzige
Wald von Fuerteventura. Nett ist aber das Naherholungsgebiet mit Grillplätzen, Spielplatz, WC-Häuschen etc...
Von dort geht es Richtung La Vega de Rio Palmas weiter, zuerst noch auf dem Wanderweg, dann kurz über eine Fahrstraße und schließlich durch einen Barranco bis ins Dorf hinein.
Dort schaute ich mir die hübsche Pfarrkirche an. Das feine Restaurant "Don Antonio" liegt gleich nebenan, war aber gerade geschlossen. Nach einer kleinen Pause ging es weiter Richtung „Valle de los Granadillos". Zuerst eine Weile der Straße entlang, bald mit Blick auf den verlandeten Stausee. Dann kam das schwierigste Stück des Tages. Auf teilweise sehr schlechtem Weg ging ich bis zur Straße nach Pajara hinauf und von dort über einen etwas besseren Serpentinenweg zur Degollada de los Granadillos. Auf der anderen Seite ging es dann über einen guten Weg nach Toto hinunter. Von dort dann zunächst über die Straße und dann einen Barranco nach Pájara. In Pájara übernachtete ich im "Casa Isaitas", ein sehr empfehlenswertes Restaurant und kleines Hotel."
Spirit: Es lohnt sich die Pfarrkirche mit dem mexikanischen Portal zu besichtigen und einen kleinen Spaziergang zum ausgetrockneten Fluss mit seinen farbigen Bouganvillas und kleinem Botanischem Garten zu machen. Das Hotel Rural und Restaurant „Casa Isaïtas" war einst eine Ruine die in Ihrem Originalzustand restauriert wurde. Hier kann man kleine oder grössere Gerichte aus der Kanarischen Küche geniessen und sich eine Ruhepause gönnen.

Am nächsten Tag folgte dann der schwerste Teil. Nicht einmal so sehr wegen der Steigungen - die waren am Tag vorher heftiger - aber für diese Etappe fand ich im Internet keine Beschreibung und es ist auch die am schlechtesten markierte Etappe. Ich wusste nur die Eckpunkte Pájara - Cardon - La Pared. Die nette Wirtin Pilar im „Casa Isaïtas" richtete mir ein Picknick, da ich nicht bis zum Frühstück bleiben konnte und dann ging ich wieder um 7 Uhr los.
Nach Pájara ging es zunächst einen angenehmen Fahrweg entlang, dann musste ich über eine ziemlich heftige Kuppe auf schlechtem Weg bergauf. Oben war dann ein schöner Kamm, wieder mit herrlichen Ausblicken in alle Richtungen. Es folgte eine Kammwanderung mit vielen Auf- und Abstiegen, der Weg teilweise gut, teilweise ausgesetzt und zeitweise keine Markierung zu sehen. Manchmal war der Weg schlecht oder gar nicht auffindbar. Zum Glück konnte man das Dorf Cardón im Tal liegen sehen, somit ging ich quer durch das Gelände hinunter und durch einen Barranco Richtung Cardón. Unten angekommen fand ich auch den Weg wieder und es gab knapp vor dem Dorf auch ein Rasthäuschen. Dort verweilte ich ein bisschen, ging dann durch Cardón durch, wo ich wieder Mühe hatte, die Fortsetzung des Weges zu finden. Ziemlich lange ging es dann am Fuß des imposanten Berges "Cardón" entlang bis zur FV 617. Und dort fand ich dann die Markierung überhaupt nicht mehr. Da doch schon späterer Nachmittag war, traute ich mich nicht ins Gelände rein, sondern folgte der FV 617 über Las Hermosas bis La Pared. Dies war aber sicher ein Umweg und sehr anstrengend nach dem langen Tag.
(Auf jeden Fall sollte das Cabildo für diese Strecke eine Beschreibung auflegen und sie vor allem besser markieren. Außerdem ist die Strecke für eine Etappe dieser Schwierigkeit zu lange. Diese Strecke sollte eher auf 2 Etappen aufgeteilt werden. Laut Anzeigetafel waren es etwa 23km, aber mit dem Umweg über die FV 617, waren es im Endeffekt 27km.)

 
 
 
 
Lt. der Übersichtstafeln sind die Strecken "La Pared - Risco del Paso" und "Risco del Paso- Morro Jable" als 2 Etappen gekennzeichnet. Da ich aber früher oft vom Hotel „Melia Gorriones" zur Westküste rüber bin und auch die Strecke Costa Calma - Morro Jable mehrmals am Strand entlang gegangen bin, dachte ich, dass ich dies locker als eine Etappe schaffen würde, zumal ich auch vorhatte, mich diesmal nicht penibel an den GR131 zu halten sondern quer über die Wüste zur Ostküste rüber zugehen. Da an diesem Tag jedoch ein Calima-artiger Wind herrschte, war diese Etappe anstrengender als erwartet und ich beendete für diesen Tag die Wanderung in Risco del Paso.
Aber es gab wieder herrliche Ausblicke sowohl auf West- und Ostküste und die Wanderung über die wüstenartige Hochebene „El Jable" ist auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis."

Hier hielt ich mich nicht an die Markierungen des GR 131, sondern wanderte am Strand entlang. Eine reine Genusswanderung. Zwar bei steigender Flut, aber ich kam überall rüber. Für mich die leichteste Etappe der ganzen Strecke.

 
 
Ich startete auf der Umfahrungsstraße von Morro Jable und fand den Einstieg zum Wanderweg ober der Straße zum Punta de Jandia. Der Weg führte eine Weile hoch über der Straße, teilweise recht abenteuerlich über Barrancos, man hatte herrliche Ausblicke hinunter zum Meer bzw. zurück nach Morro Jable. Die ersten beiden km war der Weg ziemlich mit Hundehäufchen verunreinigt. Offenbar benutzen die Einwohner von Morro den als "Äusserlweg". Nach einer Weile hörte das aber auf; ist dann wohl für diese Zwecke schon zu weit. ;) Ich war alleine auf weiter Flur. Der Weg führte am Friedhof vorbei, dann zeitweise unter bzw. über der Straße, kreuzte diese gelegentlich und ging dann die meiste Zeit am Meer entlang. Anstrengender als ich dachte, da durch die vielen Barrancos ein ständiges "Auf"-"Ab" war. Der Blick war immer herrlich, rechter Hand das Jandia-Massiv, links das Meer und schon von weitem war der Punta de Jandía zu sehen. Es zog sich zwar hin, war aber nach den Anstrengungen der letzten Tage eine "Genusswanderung". Dann noch am Dorf Puertito de la Cruz vorbei, die letzten Meter der Straße entlang und ich war da!!!
Am Punta de Jandía angekommen, war dann endgültig die "Nord-Süd-Durchwanderung" vollzogen.
Ein tolles Gefühl, mein Traum hat sich erfüllt!"

Eva Walder.

Spirit: Eva Walder, die Autorin dieses Textes, möchte noch erwähnen, dass sie 62 Jahre alt ist und erst seit ca. 3 Jahren so intensiv wandert. Sie möchte hiermit andeuten, dass es nie zu spät ist, seine Träume zu verwirklichen, wenn man es wirklich will - und natürlich, wenn die Gesundheit mitspielt. Für dieses Geschenk ist Eva sehr dankbar.

Wenn Sie bereit sind, den Spuren von Eva zu folgen, dann bitte als Minimum Gepäck folgendes mitnehmen: Hut/Kappe, Sonnenbrille, Sonnencreme (min. Factor 30), feste Wanderschuhe, extra Socken, leichte Wind- und Regenjacke, Handy, Proviant, Kamera + extra Accu, Pflaster, und täglich mindestens 3L Wasser/Person. Evtl. Wanderstöcke um das Runterlaufen an schwierigen Stellen zu vereinfachen, Kompass und/oder GPS. (Eva geht aber immer ohne Wanderstöcke).
Falls Sie mit Eva Walder Kontakt aufnehmen wollen, können Sie dies über uns und unsere Emailadresse tun, mit Betreff: „Eva Walder".
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